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Erhebliches Gesundheitsrisiko durch Billig-Toner

Angesichts der Debatte um mögliche Gesundheitsschäden durch Laserdrucker weisen Experten auf eine unterschätze Gefahrenquelle hin. "Die aktuelle Diskussion über Druckeremissionen lässt einen äußerst wichtigen Aspekt vermissen: Billigtonerkartuschen, wie sie inzwischen zu Millionen in Druckern eingesetzt werden", sagt Oliver Jendro, Senior Analyst der unabhängigen Unternehmensberatung Innoea in München. Sie machen aus Druckern erst recht echte Dreckschleudern. Billigkartuschen, meist Importe aus China, Türkei und Indien werden in Massen über Ebay und immer häufiger auch über den deutschen Fachhandel vertrieben. Die Billigkartuschen sind besonders im Privatbereich äußerst beliebt, finden sich aber auch zunehmend in Bürodruckern. Kein Wunder: Mit Billigkartuschen sind häufig für die Hälfte des Originalkartuschenpreises zu haben. Doch die Geiz-ist-Geil-Mentalität geht auf die Kosten der Gesundheit. Denn Billigkartuschen sind meist mangelhaft recycelte Originalkartuschen oder schlechte Nachbauten, die Großteils in Hinterhof-Werkstätten in Billiglohnländern produziert werden.

Das Hauptproblem: Die Kartuschen sind häufig nicht dicht, der Toner rieselt ins Gehäuse und wird vom Drucker in die Raumluft geblasen. Doch damit nicht genug: Die Kartuschen selbst werden mit billigsten Toner befüllt. Dieser kommt aus diversen Quellen, teilweise werden sogar Abfallprodukte aus Tonerfabriken eingefüllt. Der Toner enthält durch die schlechte Produktionsweise häufig ultrafeine Partikel und ist somit besonders gefährlich, da Ultrafeinstaub besonders leicht in die Lunge und sogar ins Blut gelangen kann. Auch die chemische Zusammensetzung der Toner ist kritisch: Der Toner in den Billigkartuschen ist häufig ein Giftcocktail aus flüchtigen organischen Stoffen wie Benzol, Styrol, und Schwermetallen wie Quecksilber, Cadmium und Blei. Da es bei Billigkartuschen faktisch keine Qualitätskontrolle gibt, weiß keiner genau, was der Anwender eigentlich als Feinstaub einatmet.

Daher der Expertenrat: Verzichten Sie auf den Einsatz von Billigtoner. Die sicherste Art zu drucken ist der Einsatz einer Originaltonerkartusche. Wer sparen will, sollte schadstoffgeprüfte Alternativkartuschen von einem Drittanbieter benutzen. Achten Sie darauf, dass die Kartusche mit dem Blauen Engel ausgezeichnet ist, oder das Zertifikat "LGA-schadstoffgeprüft" trägt. Ansonsten gilt, egal ob Original oder Drittanbieterkartusche: Beim Kartuschenwechsel unbedingt das Handbuch des Druckerherstellers vorher studieren - denn nur sachgemäßer Kartuschenwechsel minimiert die Feinstaub- und somit die Gesundheitsgefahr.

Quelle: innoea.de
Ausgabe 02/2007